Taktgeber des Schlafes

Wann es Zeit ist, zu wachen oder zu schlafen, weiß der Körper auch ohne Weckuhr. Ob wir wach oder schläfrig sind, ist einerseits davon abhängig, wann wir zum letzten Mal geschlafen haben. Wachsein führt zu Müdigkeit. Als zusätzlicher Taktgeber fungieren biologische Rhythmen – die sprichwörtliche innere Uhr. Wie nahezu alle Tiere und Pflanzen folgt der Mensch natürlichen Zyklen, die sogar dann weiterticken, wenn äußere Reize fehlen. Mit der zeitlichen Organisation organischer Systeme befasst sich die Chronobiologie. Dieser Wissenschaftszweig erforscht unter anderem, wie die inneren Uhren die Abläufe im Körper beeinflussen und was passiert, wenn diese Vorgänge gestört werden.

innere uhr

Die Fähigkeit einzuschlafen und durchzuschlafen ist von zwei Hauptfaktoren abhängig: dem Schlafdruck und dem circadianen Rhythmus. Wie lange und erholsam wir schlafen, hat zunächst damit zu tun, wie viele Stunden seit dem letzten Schlaf vergangen sind. Je mehr Zeit jemand im Wachzustand verbracht hat, und je weniger Schlaf er vor einem gegebenen Zeitpunkt hatte, desto müder wird er und umso schwerer wird er zu wecken sein. Wenn der Körper nicht genügend Ruhepausen bekommt, erhöht sich der Schlafdruck. Mangelnder Schlafdruck ist ein häufiger Auslöser für Ein- und Durchschlafstörungen. Wer einen Mittagsschlaf hält und abends noch vor dem Fernseher einnickt, könnte in der Folge Probleme mit dem Nachtschlaf haben.

Der zweite Taktgeber für das Schlafbedürfnis ist die circadiane Rhythmik. Unter diesem Sammelbegriff wird eine Vielzahl innerer Rhythmen zusammengefasst, die insgesamt eine Periodenlänge von etwa 24 Stunden aufweisen. Als biologische Zeitgeber helfen sie uns, mit täglich wiederkehrenden Ereignissen wie dem Sonnenauf- und Untergang zurechtzukommen. Spürbar wird dieser Prozess beispielsweise nach einer durchgefeierten Nacht. Trotz erhöhtem Schlafdruck fühlen wir uns ab der Zeit, in der wir normalerweise aufstehen, oft außerstande zu schlafen. Viel Mühe bereitet die innere Uhr Schichtarbeitern oder Menschen, die mit dem Flugzeug in andere Zeitzonen reisen. Der Organismus ist nicht in der Lage, sich rasch an Phasenverschiebungen anzupassen. Jetlag und Tagesmüdigkeit bei gleichzeitigen Schlafstörungen können die Folge sein.

Obschon der circadiane Rhythmus von innen kommt, wird er durch äußere Faktoren justiert. Bei den meisten Menschen hat der »innere Tag« nicht genau 24 Stunden, sondern etwas mehr oder etwas weniger. Der Wechsel zwischen Tag und Nacht, die Essenszeiten und andere täglich wiederkehrende Ereignisse stellen die innere Uhr nach und eichen sie auf den gewohnten 24-Stunden-Zyklus.

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