Die Phasen des Schlafes

Aus eigener Erfahrung weiß jeder, dass der Schlaf aus vielen aufeinanderfolgenden Phasen besteht. Nachdem man sich zur Ruhe gebettet hat, schlummert man erst vor sich hin, ist noch ansprechbar und leicht zu wecken. Später schwindet das Bewusstsein und wir werden für Umweltreize zunehmend unempfindlicher. Während der Nacht haben wir Träume, erwachen dann und wann, weil wir Durst haben oder zur Toilette müssen und fallen danach wieder in den Tiefschlaf. Wenn wir morgens ausschlafen können, geschieht das Aufwachen in der Regel ebenso sanft wie das Einschlafen, nur eben andersrum.

Schlafphasen

Welchem Rhythmus die Schlafphasen folgen und wie diese zusammenspielen, ist heute gut erforscht. Während des Schlafes zeigen die Nervenbahnen im Gehirn spezifische Aktivitätsmuster, die mit einem Elektroenzephalogamm (EEG) gemessen werden. Des Weiteren kann man die Veränderungen der Muskelspannung und die Augenbewegungen aufzeichnen. Anhand dieser Daten haben Schlafforscher folgende charakteristische Schlafstadien benannt (nach der Einteilung von Rechtschaffen und Kales aus dem Jahr 1968):

  • Die vorbereitende Phase beginnt, wenn wir mit geschlossenen Augen entspannt im Bett liegen.
  • Stadium I, der Übergang zwischen Wachen und Schlafen, ist gekennzeichnet durch nachlassende Muskelspannung und schwindende Aufmerksamkeit.
  • Stadium II, der Non-REM-Schlaf: In dieser Phase sinken Körpertemperatur und Blutdruck, der Schlaf wird stabiler. Träume treten in dieser Schlafphase kaum auf.
  • Stadium III, der Übergang in den Tiefschlaf: Die Muskelspannung nimmt weiter ab, der schlaft wird tiefer. In der neueren Einteilung der American Academy of Sleep Medicine aus dem Jahr 2007 wurden die Phasen III und IV zusammengefasst.
  • Stadium IV, der Tiefschlaf: Wie der Name schon sagt, ist dies die tiefste Schlafphase. Wer nun geweckt wird, ist desorientiert und verwirrt.
  • REM-Schlaf: Dies ist die Schlafphase, in der wir träumen. Deshalb wird sie auch Traumschlaf genannt. Wer im REM-Schlaf geweckt wird, kann sich oft sehr detailgetreu und lebhaft an seine Träume erinnern. Der REM-Schlaf unterscheidet sich von den anderen Phasen durch eine Erhöhung des Blutdrucks, vermehrte Ausschüttung von Adrenalin, Bewegungen der Augäpfel, erhöhte Darmaktivität und Aktivierung vieler vegetativer Funktionen. Die Erforschung des REM-Schlafes ist weit davon entfernt, abgeschlossen zu sein.

Im Schlafverlauf wechseln sich die oben beschriebenen Stadien mehrmals ab. Eine einzelne Sequenz von Stadium II und REM-Schlaf wird als Zyklus bezeichnet. Zwischen den Zyklen kommt es jeweils zu Tiefschlafphasen, wobei im Laufe der Nacht die Schlaftiefe abnimmt und die REM-Phasen zunehmen. In einer normalen Nacht treten vier bis fünf Zyklen auf. Um ein Mindestmaß an Erholung zu erhalten, benötigen die meisten Menschen wenigstens zwei Zyklen.

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