Wie schlafen Tiere?

Licht und Dunkelheit, strahlender Tag und finstere Nacht beleuchten und überschatten das Tierreich in regelmäßiger, ununterbrochener Folge. Dem periodischen Wechselgang von Beleuchtung und Verdunkelung entspricht im Leben höher organisierter Tiere eine ebenso rhythmische Folge tiefer Ruhe und aktiver Bewegung.

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Auch Tiere sind, soweit man weiß, dem Zwang des zyklischen Wechsels zwischen Schlafen und Wachen unterworfen. Es gibt Tiere, die wie wir Menschen am Tag wach sind, Dämmerungstiere und Nachttiere. Manche Tiere ruhen mehrmals am Tag. Säugetierjunge schlummern oft aneinandergekuschelt, um sich gegenseitig zu wärmen. Auch Tiere, die am Tag schlafen, sind bestrebt, einen Ort aufzusuchen oder eine Körperhaltung einzunehmen, die ihnen größtmögliche Dunkelheit gewährt. Eichhörnchen verstecken sich in ihrem Kobel, andere Arten schlagen die Pfote über das Gesicht oder bedecken es mit dem Schwanz.

Die Schlafgewohnheiten mancher Tierarten sind gut erforscht, während wir über andere nur wenig wissen. Die Schlafenszeiten hängen eng mit den Lebensgewohnheiten zusammen. Dass Hühner früh zu Bett (bzw. auf ihre Stange) gehen, ist womöglich ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der ihre Vorfahren noch in der Wildnis lebten und sich vor nachtaktiven Beutegreifern verstecken mussten.

Hunde schlafen sehr viel, aber ihr Schlaf ist nur oberflächlich. Schon das leiseste Geräusch kann sie wecken. Das macht sie zu effektiven Nachtwächtern. Auch Katzen sind dafür bekannt, dass sie die meiste Zeit schlafend verbringen. Bei Hunden und Katzen zeigen sich deutliche Merkmale, die darauf schließen lassen, dass sie mitunter lebhafte Träume haben. Sie machen Laufbewegungen mit den Pfoten, geben Geräusche von sich oder wedeln mit dem Schwanz. Auch bei anderen höheren Säugetieren zeigen sich solche Verhaltensweisen.

Die Schlafdauer verschiedener Tierarten ist höchst unterschiedlich. Pferde kommen mit weniger als drei Stunden aus. Die weit verbreitete Meinung, dass sie auch stehend schlafen können, ist falsch. Im Stehen dösen sie nur, zum Schlafen legen auch sie sich hin. Das Faultier kommt auf 20 Schlafstunden täglich, die Katze immerhin auf 13,2. Manche Tierarten, wie zum Beispiel der große Schwertwal, beherrschen den Halbhirnschlaf, bei dem jeweils nur eine Gehirnhälfte schläft und auch nur ein Auge geschlossen wird. Tiere ohne Augenlider, wie Insekten, Schlangen oder Fische, schlafen mit offenen Augen.

Wenn Sie mehr über die Schlafgewohnheiten von Tieren erfahren möchten, empfehlen wir das Buch Tier- und Humanphysiologie: Eine Einführung von W. Müller u.a.. Die Autoren widmen dem Schlafverhalten der Tiere (und was wird daraus über den menschlichen Schlaf lernen können), umfangreiche und hervorragend recherchierte, aber trotzdem leicht verständliche Ausführungen.

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